Dienstag, 9. August 2016

Die Gina, die Lisa und die Lügenpresse…


Warum sich die dt. Presse gegen das Wort Lügenpresse wehrt ist mehr als unverständlich, den Lügner haben noch ein Resthirn behalten um überhaupt lügen zu können. Was man gerade über den Fall Lohfink liest ist nur noch mit hirnloser Blödsinn zu umschreiben. Hierzu mal der SPON, also der Spiegel Online, als Beispiel.
Lieber SPON, die beiden Herren sind vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden, da gibt es dann keine angeblichen Peiniger mehr, sondern nur noch nachgewiesene peinliche Journalisten ohne Hirn und Verstand! Da Lohfink nun wegen Falschaussage vor Gericht steht ist auch nicht davon auszugehen das die Staatsanwältin in diesem Fall in Berufung gegangen ist, das Urteil ist somit rechtskräftig! Jetzt geht es aber um Frau Lohfink und die angebliche Falschbeschuldigung. Selbst der Journalist Ansgar Siemens nutzt kein angeblich irgendwas in seinem Text, warum muss der SPON dann sowas in der Unterüberschrift einflechten? Hat man das deutsche Rechtssystem irgendwie null verstanden?

Aber das ist ja noch nicht alles wenn es um den Reigen von Peinlichkeiten und Dummheiten in der dt. Presse geht. Auch im SPON:

Verleumdung, Beleidigung, üble Nachrede: Angebliche Vergewaltiger zeigen Gina-Lisa Lohfink an
Jetzt nicht nur angebliche Peiniger, was man ja noch auch das Veröffentlichen des Videos münzen könnte. Nein, jetzt wird ein nach dem Gesetz freigesprochener und unschuldiger Mann als angeblicher Vergewaltiger hingestellt. Nun schafft es aber der angebliche Journalist Ansgar Siemens sogar das angebliche Vergewaltiger im Text unterzubringen.

Und nochmals der SPON:

„Beschuldigter im Fall Lohfink: „Wir hatten Spass zu dritt““
Wegen was wird der Mann denn nach dem Freispruch noch beschuldigt? Spiegel, wie immer, furchtlos, hirnlos und das auch grenzenlos dämlich! Der einzige der gerade beschuldigt wird ist Lohfing, und die ist eine Frau, ergo die Beschuldigte! Der andere Mann ist als Zeuge geladen! Danke für diese Vorführung absoluter Inkompetenz!

Aber auch die Österreicher sind da nicht besser.

Gina-Lisa Lohfink: Beschuldigter hat ausgesagt
Es ist wirklich nicht zu fassen, da steht eine Frau vor Gericht wegen einer Falschaussage und auch der Kurier schafft es den ZEUGEN als Beschuldigten zu verkaufen! Ich beschuldige mal den Kurier NULL, wirklich NULL Ahnung zu haben.


Auch der Standard setzt natürlich keine Standards:
Es ist also kein Fall von angeblicher Falschbeschuldigung, sondern es geht um eine angebliche Vergewaltigung obwohl diese bereits abschließend verhandelt wurde. Na, da hat der Standard aber ganz schön was verpasst...


Auch die Zeit mischt in diesem Spiel mit und Titelt:
Ebenso die Alpenprawda, äh Süddeutsche schafft es auch einen freigesprochenen Mann zu kriminalisieren…
Aber hier ist die SZ nicht allein, die Bild, der FocusN-TV und viele andere Zeitungen titeln ähnlich in diesem Fall.
Kein einziges Mal wird Lohfink hier als angebliche oder beschuldigte oder, Gott behüte, als Angeklagtes hingestellt. Kriminalisiert, trotz einem Freispruch, werden die beiden Männer, die in diesem Fall nur als Zeugen auftreten... Ob man es als Lügenpresse bezeichnet, als unwissend Presse, als Dummpresse oder als Kampagnenpresse, wenn in Deutschland Zeitungen verschwinden, dann trauere ich höchstens dem Modellbaujournal oder dem "Chasseur d'Images" nach.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Wie Frauen Recht machen

Petra Hinz, MdB für die AG Frauen der SPD, hat ihren Lebenslauf frisiert. Nicht nur das sie kein zweites Staatsexamen für Rechts- und Staatswissenschaften hat, sie hat nicht einmal Abitur. Nun kommen Fragen auf, viele Fragen, doch diese scheint kein Mensch zu stellen.
Wie kann es sein das ein Mensch die harte Ochsentour schafft, sich gegen Mitkonkurrenten durchsetzt und in den Bundestag einzieht, ohne das einem Menschen auffällt das diese Politiker von Recht (und Gesetz) keine Ahnung hat. Wie kann es sein das diese Frau sich gegen andere, ggf. besser Qualifizierte Kandidaten durchgesetzt hat? Ganz einfach, in der SPD gibt es eine Frauenquote. Kompetenz interessiert hier weniger, wichtig ist die richtige Ideologie zu vertreten, mehr braucht es nicht.
Trotzdem müsste man meinen dass es im politischen Alltag auffällt wenn eine Politikerin keine Ahnung von Recht hat, zumindest dem politischen Gegner. Doch auch das ist im deutschen Bundestag kein Problem, selbst Aufrufe die knapp an der Rechtsbeugung vorbeigehen können in deutschen Parlamenten ausgesprochen werden ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen hat. So behauptet z. B. die
Diese, im Rahmen von Gina-Lisa Lohfink getätigte Aussage von Frau Canan Bayram, ihres Zeichens immerhin „Grünen-Rechtsexpertin“, würde man jetzt eher in einem türkischen Parlament unter Erdogan vermuten als im Berliner Senat. Was der „Grünen-Rechtsexpertin“, die übrigens KEINE Akteneinsicht, und somit keinen vollständigen Überblick über den Fall Lohfink hat, entgangen ist, die Staatsanwaltschaft in einem Rechtsstaat ist zwar Weisungsgebunden, aber auch an sowas lästiges wie Recht und Gesetz gebunden. Anders ausgedrückt, das Weisungsrecht fängt da an wo § 344 (Verfolgung Unschuldiger) aufhört und hört da auf wo § 258 (Strafvereitelung im Amt) anfängt. Somit hat die „Grünen-Rechtsexpertin“ Canan Bayram hier gerade den Justizsenator von Berlin aufgefordert einen klaren Rechtsbruch zu begehen. Dass die Feministin und „Grünen-Rechtsexpertin“ angeblich auch ein zweites Staatsexamen für Juristerei hat braucht nicht mehr erwähnt werden. Ob dieses einen ähnlichen Wert hat wie das Staatsexamen von Frau Hinz kann mit Sicherheit bejaht werden!
Doch wer glaubt hier handelt es sich um Ausnahmen der irrt. Über die Feministin Frau Renate Künast, auch mit zwei Staatsexamen, habe ich gestern noch gebloggt.
Und auch im Rahmen der Beschneidungsdebatte ist hier z. B. Frau Zypries positiv hervorgetreten wenn sie behauptet:
„Die verschiedenen Praktiken der Beschneidung weiblicher Genitalien stellen allesamt sehr viel weitreichendere Eingriffe dar als die Vorhautbeschneidung bei Jungen, das sieht auch die WHO so. Darüber hinaus ist der Zweck dieser Praktiken, anders als bei der Entfernung der männlichen Vorhaut, Verstümmelung und Diskriminierung, und ich bleibe dabei: nichts rechtfertigt irgendeine ihrer vielfältigen, grausamen Erscheinungsformen, auch künftig nicht.“
Das ist die Antwort (die sich in dieser Form auch von Künast finden lässt) zur Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen in der Beschneidung. Dabei vergisst Frau Feministin mit zwei Staatsexamen in Jura aber das es egal aus welchem Grund jemand eine Tat verübt, entweder ist die Tat an sich strafbar oder nicht. Ob nun eine Verstümmelung aus Gründen der Verstümmelung und Diskriminierung oder aus Gründen der Religion getätigt wird ist egal, entweder die Tat ist strafbar oder nicht.
Natürlich kann man auch männliche Juristen finden die sich ihr Weltbild so hinbiegen das es passt. Es ist aber bezeichnend das man gerade bei Frauen im Bundestag und gerade aus linken Parteien sehr einfach sehen kann das Recht und Rechtsstaatliche Prinzipien nicht interessieren. Da fällt dann auch eine Frau Hinz, die sich zwar als Volljuristin ausgibt, aber nicht mal ein Abi hat, nicht mehr auf. Frauen wie Hinz, Künast, Zypries und last but not least Bayram fördern nicht Frauenrechte, sie schaden der Gleichberechtigung und sie schaden den vielen Frauen die über Wissen und Erfahrung in die gleichen Posten vorstoßen könnten und dort den jungen Mädchen ein Vorbild sein könnten das man mit Wissen, Kompetenz und Fleiss viel erreichen kann. Doch dazu müsste man für Frauen auch ein Leistungsprinziep einführen, das würde aber gegen die Gleichberechtigung verstossen, oder zumindest gegen dass was man bei den Grünen und der SPD dafür hält.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Mein Brief an die SZ

Nun habe auch ich endlich die Zeit gefunden der SZ einen Brief zu schreiben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.


Sehr geehrter Herr Hurtz,

ich möchte, wegen Zeitmangel und auch um einmal Abstand zu erhalten, verspätet auf Ihren Artikel zu Maskulismus reagieren.

Ich selbst bin in einer franz. Elternorganisation, die einmal ein Vernetzungstreffen mit einer deutschen Organisation hatten. Nach dem Treffen sagte man uns, wir wussten nicht dass es in Frankreich auch vernünftige Organisationen gibt. Die Veranstalter waren an diverse „ein Mann“ Internetorganisationen geraten, die das Bild in Frankreich für sie abbildeten. Wir, eine der größten im Land, die zusammen mit anderen Organisationen das Wechselmodell ins Gesetz geschrieben hat, sind ihnen nicht aufgefallen, weil wir nun einmal ganz anders arbeiten. Wir sind nicht auf Twitter, wir haben auch keine Zeit dazu uns dort mit irgendwelchen Feministen zu zoffen, haben eine rudimentäre Website und halten uns auch sonst sehr zurück, werden aber von denen die uns finden sollen auch gefunden. Selbst Sozialarbeiter und andere öffentliche Stellen senden Interessierte zu uns, etwas das anscheinend in Deutschland eher selten passiert. Wir sind die mitgliederstärkste Organisation, fast gleichauf mit einer anderen „Konkurenzorganisation“ und existieren seit 40 Jahren.

Somit kann schon der Eindruck entstehen das es viele „Râleur“ (wie wir die Schreihälse nennen) gibt, die sich an Feministinnen im Netz abarbeiten, doch dies sind meist Einzelkämpfer, die für ihr Unrecht Feministinnen im Allgemeinen verantwortlich machen. Doch auch nach Ihrer Darstellung in der SZ hat man von Deutschland dieses Bild. Sie schreiben selber dass die Männerrechtsbewegung aus den Väterrechtsorganisationen hervorgegangen ist, den VAfK mit seinen Forderungen nehmen sie aber nicht ins Boot. Das ist eine der wichtigsten und größten Gruppen. Ebenso wie die vielen andere Organisationen auch nicht, sie beschränken sich allein auf Vertreter des Netzes. Das jedoch viele Forderungen die wir hier im Netz heute runterbrabbeln, schon seit Jahren in den Organisationen vorgedacht wurden, wird nicht dargestellt. Ihre Beschreibung des Maskulismus ist eine reine Beschreibung des „Netzmaskulismus“.

Natürlich ist Herr Hoffmann ebenfalls ein wichtiger Vertreter, vor allem weil er zum einen mit seinen Büchern eine Materialsammlung geschaffen hat, die nochmals ergiebiger ist wie das was in den Organisationen an Speziellem vorgedacht wurde (z. B. zu Vaterthemen). Zum anderen aber auch, weil er das Thema von der Väterarbeit losgelöst hat. Womit wir dann auch beim Problem sind. Denn diese Vätervereine haben natürlich Schnittstellen mit den Stahls dieser Welt, viele Stahls laufen da auf, oft nur ein oder zwei Mal, einige probieren es eine Zeit, wenn sie merken das wir auch nicht zaubern und ihnen den Kontakt zu ihren Kinder zurückgeben können, dann sind sie weg und einige tauchen als Herr Stahl im Internet auf und werden dankbar von denen aufgenommen die Männerarbeit diskreditieren wollen. Was ich Ihnen jetzt mit Ihrem Artikel nicht unterstellen möchte! Wie oben beschrieben, manchmal haben sogar Organisationen in einem Land diese Sichtweise von anderen Ländern. Doch meist sind diese Schreihälse EinMannInternetOrganisationen, manchmal sehr kleine Gruppen die sich zufällig im Netz kennen lernen. Programmatische Arbeit findet dort nicht statt, meisten beschränken sie sich darauf das Internet vollzuspammen oder sich am Feminismus abzuarbeiten oder eine Website oder Forum von „Entrechteten“ zu betreiben.

Wie diese Männer wie Herr Stahl zu solchen Schreihälsen mutiert sind, das ignorieren Sie ebenfalls. Meist waren es vorher nette Familienväter die sich um die Familie sorgten. Ich kann ihnen einmal den Film „der entsorgte Vater“ empfehlen. Hier ist der Regisseur Wolfsperger in der ersten Szene zu sehen, er ist auf dem Weg zu seiner Tochter um sich von ihr zu verabschieden, solange bis sie 18 Jahre alt ist, evtl. ist es auch ein Abschied für immer, denn die Tochter ist von ihrer Mutter instrumentalisiert. Ich weiß nicht ob Sie Kinder haben, aber wenn ja, dann bleiben Sie das nächste Mal nach dem zu Bett gehen noch 2 Minuten am Bett stehen und sagen Sie Sich einfach ein paar Mal, das ist jetzt das letzte mal dass ich meine Kinder sehe, nicht weil sie sterben, sondern weil es ein Richter so möchte. Sie werden sich, wenn Sie Sich auf dieses Spiel ganz einlassen, die Frage stellen, habe ich meinen Kindern alles gesagt was ich sagen wollte, habe ich noch etwas vergessen für ihren Weg in den nächsten 10 oder 12 Jahren. Soll ich weinen, darf ich weinen um zu zeigen dass ich sie vermisse oder ist es besser stark zu sein um zu zeigen dass diese Situation auch mich schmerzt.

Doch irgendwann werden Sie Sich fragen wie eine Gesellschaft das zulässt? Wie kann ein  Familiengericht eine solch unmenschliche Entscheidung fällen. Wie kann es sein das ein solcher Film nicht eine bundesweite Diskussion zu Vaterschaft in Deutschland auslöst, wie kann es sein das man hernach noch eine Diskussion zum Sorgerecht gibt, wie kann es sein dass man eine solche Situation nicht als kinderfeindlich sieht, denn auch für die Mutter ist es belastend. Sie werden, wenn sie diesen Schmerz runtergeschluckt haben, denn Hilfe erhalten Sie nirgendwo, Schuldige suchen um den Schmerz auszuhalten. Die Stahls finden den Feminismus. Doch Sie werden nach 10 Minuten wieder ins Wohnzimmer gehen und sich einen Film ansehen und hoffen das die Kinder bis morgen früh gut schlafen.

Die SZ sagte seinerzeit zu diesem Film er sei um eine große Leerstelle herum aufgebaut, denn die Frage „warum die Mütter dieser Kinder ihre ehemaligen Lebenspartner offenbar so sehr hassen, dass sie den Streit vor Gericht, vor allem die seelische Verstümmelung ihrer Kinder in Kauf nehmen, nur um jede Beziehung zum Vater zu verhindern“ wurde erst nicht gestellt. Männer dürfen, so zumindest laut Süddeutscher, heute keine Fragen mehr aufwerfen ohne die Sichtweise der Mütter zu sehen. Und auch da sind wir uns bei der SZ sicher, Mütter müssen schon gute Gründe haben um dieses Spiel zu spielen, denn eine Mutter kann nicht schlecht sein oder die Kinder aus Rachsucht instrumentalisieren.

Was mich jedoch noch mehr erschüttert hat ist dann die Seite auf der die SZ fragt: Gibt es Gesellschaftsbereiche, in denen die aufklärerische Arbeit einer Männerrechtsbewegung sinnvoll wäre?Nun frage ich mich, nachdem man uns Männerrechtler oder Väterrechtler jahrelang ignoriert hat, nachdem jede Partei uns die Tür vor der Nase zugeschlagen hat, was eine solche Frage überhaupt soll? Ein Beispiel, seit Jahren diskutieren Vertreter des VAfK über das gemeinsame Sorgerecht bei Vaterschaftsanerkennung. Nun schafft es ein Vater (Zaunegger/Deutschland) bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorzudringen, dort zu Gewinnen und das Ganze als Menschenrechtsverletzung hinzustellen. Die Tinte unter diesem Urteil war noch nicht getrocknet, da haben die parteiinternen AGs für Frauen der Grünen, SPD und CDU schon gegen jegliche Gesetzesänderung Stellung bezogen. Organisationen für Männer- und Väterinteressen gibt es dort leider nicht. Männer sind anscheinend schon so gut vernetzt und gut eingebettet dass es diese nicht braucht.

Der VAfK oder andere Organisationen wurden nicht einmal von Politikern angehört, hatten die Politikerinnen doch mit massivem parteiinternen Wiederstand zu rechnen. Den Rest haben dann die offiziellen und mit Steuermitteln geförderten Lobbygruppen wie Frauenrat und der Verband der Alleinerziehenden erledigt. Den VAfK, der meines Wissens nach ohne jede staatl. Unterstützung auskommen muss, hat man kaum beachtet. Auch zu Frankreich, wo es dieses Sorgerecht nach Vaterschaftsanerkennung innerhalb eines Jahres nach Geburt gibt, wurde nicht einmal geschaut. Und dann fragt die SZ ganz unschuldig ob wir evtl. neben den Feministinnen noch einen Gegenpol brauchen, der sich für Männerrechte einsetzt. Mal ganz ehrlich, seit Jahren reden Politiker immer von der Harmonisierung Europas und das wir Steuern vereinheitlichen, doch wenn ein franz. Paar kurz vor der Geburt von Frankreich nach Deutschland zieht, dann hat der Vater, wenn nicht verheiratet, auf einmal kein Sorgerecht mehr? Das nennen wir vereintes Europa?

Ich habe zum einen Politik immer auch als Meinungswettbewerb verstanden, zum anderen habe ich aber auch Zeitungen immer als ein Medium verstanden das diese unterschiedlichen Meinungen aufspürt und an die Leser gibt, so das diese Meinungen dort in den Wettbewerb treten. Da erstaunt mich dann zum einen, dass Sie zwar berichten dass es uns seit 50 Jahren gibt (unseren Verein gibt es seit 42 Jahren), dass wir aus der Väterbewegung kommen, das es aber kein Vertreter dieser Gruppen auch nur annähernd geschafft hat in ihrem Artikel Erwähnung zu finden, geschweige denn deren Forderungen. Und dann verblüfft mich eine Frage wie in der SZ ob es zum Feminismus ein Gegengewicht benötigt schon etwas, und nun muss ich wirklich mal meinen Frust rauslassen, ich bitte das auch zu entschuldigen, aber was würden Sie von der Frage halten ob es neben der SPD (die sich ja auch für alle Bürger einsetzt) nicht noch eine andere Politikrichtung benötigt. Oder ob neben Sozialismus nicht auch noch was anderes legitim ist, womit wir dann bei der Mauer sind, nur das ich eine solche Frage (die nun nicht Ihre war, sondern die Ihrer Zeitung) auf der anderen Seite der damaligen Mauer vermutet hätte.

So ist es dann auch z. B. in der Expertise von Kemper und Co., die durchgehend diesen Väterrechtsdiskurs wissentlich ausblenden, die sich nicht mal annähernd mit den Forderungen dieser Väter auskennen und offensichtlich nicht einmal damit beschäftigen wollen. Die Themen die Männerrechtler heute allgemein besprechen sind nicht mal in Ansätzen bekannt. Trotzdem kommen diese „Forscher“ durchgehend in den Medien vor, im Gegensatz zu unseren Ansichten. Und noch etwas, kein „Väterverein“ würde es ablehnen Mütter zu beraten, denn auch diese kommen in die gleiche Situation wie Väter, zwar selten aber es passiert. Wir beraten aber auch Frauen während der Trennung wenn sie eine Mediation machen wollen etc. etc. etc. Bei uns geht es aber auch nicht um ein Gegeneinander, sondern um ein Miteinander der Eltern! Übrigens im Gegensatz zu Frauenorganisationen, die sich als Parteiisch sehen.

Und nun sind wir genau da, Männerthemen vertreten heute nur noch AfD und FPÖ. Warum wählen wohl überwiegend Männer diesen Haufen? So langsam öffnet sich die FPD in Deutschland, doch wenn wir Politik nicht als Extreme führen wollen, dann müssen einige umdenken, auch die SZ. Denn dann muss man auch andere Meinungen in den Wettbewerb stellen und diese nicht irgendwelchen ausländerfeindlichen Extremisten überlassen. Dann sollte man auch solche Fragen vermeiden, sondern einfach mal graben was man dort findet. Und auch in den Foren der SZ kamen früher sehr gute Argumente, aber auch absolut GaGaAussagen, sowohl von Feministinnen als auch von Vertretern irgendeines Maskudingsbums. Deshalb polarisiert Ihr Artikel sicherlich auch so, weil seit Jahren jeder Rülpser einer Feministin breit in der Öffentlichkeit diskutiert wird, aber ernsthafte Ansichten von Menschen die eine andere Sichtweise wie die der AG Frauen haben, schaffen es nicht mal als Gegenposition in die Zeitung, nicht mal dann wenn sich ein Vater wie Herr Zaunegger zu einem außerdeutschen Gericht durchklagen muss um es als Menschenrechtsverletzung hinzustellen.

Ich streite für einen Meinungspluralismus, evtl. sind ja viele Ansichten von diesen bösen Maskulisten falsch, doch wenn man einen Diskurs vermeidet, wenn man ihre Themen nicht einmal diskutiert, dann schafft man keine Meinungsbildung, dann produziert man die Herr Stahls, die sich mit Männerrechten überhaupt nicht beschäftigen, sondern sich einzig als Antifeministen sehen und sich am Feminismus abarbeiten, unter anderem weil sie den Feminismus als gutvernetzten Gegner wahrnehmen, die programmatisch arbeitenden Männer- und Väterrechtler aber als nicht hart genug betrachten, denn sonst hätten diese ja schon längst was erreicht und sich somit selbst als harter Hund verkaufen müssen. Und das Schlimme ist, ich kann es Ihnen nicht einmal verdenken. Damit produzieren Sie als Journalist diese Stahls zum Teil selber, diese Stahls die dann auch AfD wählen und sich als Kämpfer für das Gute und die Freiheit verstehen. Weil sie Ihre Meinung als Einzelkämpfer den Meinungen der programmatisch arbeitenden Männer mit Sachargumenten gegenüberstellen.

Ich hoffe das dies nicht der letzte Artikel zu Männerrechtlern in der SZ war, und ich hoffe dass die nächsten sich ein wenig mehr mit der Breite des Maskulismus auseinandersetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Vogelpohl

Donnerstag, 7. April 2016

Frauen können alles genau so gut, bis auf Hochschule

Die technische Uni Wien ändert Auswahlverfahren für den Bereich Informatik so ab, das Frauen nicht benachteiligt werden, so schreibt z. B. Vienna.at
„Die Aufnahmeverfahren werden an der TU Wien wie auch an der Uni Wien so gestaltet, dass weder Frauen noch bestimmte Schultypen benachteiligt werden – etwa bei der Formulierung der Fragen. Bestimmte Inhalte wie räumliches Verstehen, die Frauen laut Studien benachteiligen würden, seien ausgeschlossen worden, betont Tellioglu.“
Für Frauen werden im Fach Informatik die Aufnahmetests geändert, weil Frauen einfach räumliches Verstehen statistisch gesehen nicht können, das betont Informatik-Studiendekanin Hilda Tellioglu. Man hinterfragt nicht ob räumliches Verstehen eine Berechtigung in der Informatik hat, nein, Frauen können das statistisch gesehen nicht so gut, also weg mit dem Dreck, brauchen wer nicht testen. Das ist Frauenförderung 2016 in Österreich und man fragt sich, was geht ab in der Alpenrepublik. Nicht das wir uns falsch verstehen, es sieht in anderen Ländern nicht besser oder schlechter aus bei der Frauenförderung. Es wird penibel darauf geachtet das Frauen und nur Frauen in keiner Weise benachteiligt werden.

Das auch in Österreich seit Jahren Jungen seltener eine Matura schaffen (bei Mädchen knapp die Hälfte und bei Jungen nur 34% eines Jahrgangs – profil.at), Jungen häufiger eine Sonderschule besuchen, signifikant häufiger in der Gruppe der Schulabbrecher sind, laut PISA-Studie schlechtere Lesekompetenzen haben und darüber hinaus wesentlich seltener in der Gruppe der Studienanfänger zu finden sind, all das interessiert nicht, es sind nur Jungen. Hierzu auch "Ursachen der Geschlechterspezifischen Benachteiligung von Jungen im österreichischen Schulsystem“, oder auch ganz hochoffiziell im Nationalen Bildungsbericht.
Dieses führt zu der Tatsache das Mädchen, die nun in der Gruppe der Abiturienten öfter vertreten sind, sich z. B. auch häufiger für ein Medizistudium entscheiden. Auch hier das gleiche Spiel. Frauen werden „milder“ beurteilt titelte Der Standard 2012„Man reagiert damit auf das schlechtere Abschneiden der Bewerberinnen im Vergleich zu Männern“ so Der Standard weiter. 56% der Bewerberinnen für den Test waren weiblich, aber nur 43,1% wurden zum Studium zugelassen. Natürlich, so die Vizerektorin, ist es keine„Frauenbevorzugungsmassnahme“. Natürlich ist es das nicht, wie auch wenn man nicht mehr nach objektiven Maßstäben wie einem Test entscheidet. Es ist politisch gewollt, denn das Gender Gap wurde natürlich in der Öffentlichkeit (dank medialer Unterstützung) immer „kritisch“ betrachtet.
Auch hier das gleiche Bild, weil Männer besser abschneiden muss der Test angepasst werden damit Frauen ähnliche Ergebnisse erzielen. So wurde soziales Entscheiden (wir erinnern uns, Frauen sind sozialere Wesen) mit in das Testverfahren aufgenommen, damit die zukünftigen Mediziner Fragen zur Situation, die im medizinischen Kontext oder Alltag eintreten können, richtig meistern. Als Beispiel wird z. B. von der Vizerektorin: „die Frage [genannt], wen man in die Entscheidung über ein Geburtstagsgeschenk seiner Nichte (zur Auswahl stehen eine Hose oder eine Puppe) einbeziehen würde: Das Kind, die Mutter oder ob man eigenmächtig entscheidet.“ Soziale Kompetenzen die jeder Mediziner wissen muss, frage ich die Mutter oder entscheide ich eigenmächtig über den Kauf einer Puppe, eine Entscheidung die über Leben oder Tod eines Patienten entscheidet. Das diese Frage natürlich sexistisch ist, weil der Vater, der evtl. einen Chemiebaukasten präferieren würde, nicht mit einbezogen wird, ist nur noch witzig. Mädchen spielen in österreichischen Medizintests immer noch mit Puppen und tragen Röcke.
Trotzdem schafften auch 2015 wieder mehr Männer wie Frauen diesen Test, obwohl der Test nun auch wichtige soziale Kompetenzen abfragt und quotiert ist, sind Frauen natürlich weiter benachteiligt. So kritisiert die Vorsitzende des „Verband Sozialistischer Studentinnen und Studenten“ dass das Medizinstudium"zu einem männlichen Elitenprivileg verkommen ist", denn natürlich diskriminiert der Aufnahmetest weiterhin Frauen. Natürlich muss die Politik endlich handeln, weil Frauen aufgrund ihres Geschlechtes der Zugang zum Studium verwehrt wird. Das Jungen dank solcher Förderungen nicht mal das Abi schaffen ist solchen Frauen leider nicht zu vermitteln, wie auch, wo sie doch qua Geschlecht die sozial kompetenteren Wesen sind.
Doch dass hier der Hund begraben liegt, dass geht den Damen nicht auf. Denn wenn ich die Jungen die aufgrund von Elternhaus und anderen Startschwierigkeiten schon vor dem Abi knallhart rausfiltere, dann ist es jedem Menschen mit statistischem Grundverständnis nur logisch dass beim späteren Test für ein Unistudium hochqualifizierte und –motivierte Männer einer Masse von „Durchschnittsfrauen“ gegenüberstehen. Oder anders ausgedrückt, die Jungen wurden vor dem Abi gefiltert, die Frauen werden jetzt gefiltert. Nur das durch die Förderung der Mädchen die Kompetenzen oder das Durchsetzungsvermögen bei diesen nicht so weit ausgebildet sind, weshalb weniger Frauen diesen Test schaffen. Dass muss man jetzt natürlich durch weitere Fördermaßnahmen ausgleichen, alles andere ist natürlich frauenfeindlich und dient männlicher Eliteförderung.
Trotz allem überlegt auch die TU Wien im Bereich Informatik wie man Frauen noch weiter fördern kann. So denkt frau momentan über eigene Studienplatzkontingente nach, die aber leider leider erst dann gesetzlich möglich sind, „wenn das bisherige Verfahren nachweislich dazu geführt hat, dass signifikant weniger Frauen aufgenommen werden.“
Willkommen in der totalen Gleichberechtigung, wo selbst objektive Verfahren wie Tests diskriminieren, wo signifikant weniger Jungen die einen Abschluss machen keinen interessieren und wo Mediziner so wichtige Punkte entscheiden müssen wie den Kauf einer Puppe oder eines Kleides für ihre Nichte…

Dienstag, 5. April 2016

Die Männerarbeit der ev. Kirche

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Kirchenmitglied und in einer ehrenamtlichen Elternberatung in Frankreich (wo ich lebe) tätig. Wir sind, dadurch dass ich Deutscher bin, aber auch sehr gut mit dortigen Organisationen vernetzt. Ich bin seit 50 Jahren Mitglied der ev. Kirche.

Heute ist mir ein offener Brief von deutschen Organisationen in die Hände gefallen, in dem Herrn Rosowski in seiner Funktion als Vorsitzender des Bufo-Männer, die er durch seine Tätigkeit als Vorsitzender der ev. Männerarbeit inne hat, vorgeworfen wird gegen eine Veranstaltung dieser Vereine, dem Genderkongress in Nürnberg, interveniert zu haben. Ich selbst frage mich in wie weit die evangelische Kirche in Deutschland oder ihre Organisationen noch auf dem christlichen Pfad der Nächstenliebe wandeln oder in wie weit sich diese Kirche heute eher als Schutzpatron eines politischen Kaspertheaters sieht in dem Männer als Feindbild für alle sozialen Probleme aufgebaut werden.

Diverse Male haben mir z. B. Väter in Deutschland mitgeteilt dass sie von Beratungseinrichtungen der ev. Kirche den Vorschlag erhalten hatten sich einfach eine neue Familie zu suchen, weil die Frau ihm keinen Kontakt zu den Kindern gewähren möchte. Hier kann man sich als Mensch (nicht nur als Vater) nur noch an den Kopf fassen. Ist so etwas mit dem Glauben unserer Kirche vereinbar? Ist es vereinbar das Vätern (und somit auch den Kindern) zugemutet wird den Kontakt abzubrechen weil die Mutter dieses nicht mehr wünscht?

Aber auch andere Punkte, wie z. B. eine Studie der ev. Kirche die belegt das Männer auch (und sogar im gleichen Umfang) Opfer von häuslicher Gewalt werden, hat nicht zu einem Umdenken geführt. Die Kirche unterhält Frauenhäuser und nur Frauenhäuser, in denen Jungen ab 13 Jahren (hierzu z. B. Frauenhaus Pforzheim 14 J. oder auch FH Hamm 13 J.) teilweise keine Aufnahme mehr finden weil sie dann als Männer gelten. Männern wird von meiner Kirche nur eine Täterberatung angeboten, wie z. B. bei der Diakonie in Hessen. Hilfeeinrichtungen für Trennungsväter oder Hilfe bei häuslicher Gewalt findet nur für männliche Täter statt, Opfer scheint es nicht zu geben. So kann man diese Liste an einseitigen Hilfseinrichtungen in denen der Mann und Vater als Störenfried und Aggressor betrachtet wird, beliebig fortführen. Das ein Familienstreit sich oftmals hochschaukelt, das innerhalb der systemischen Familie diverse Einflüsse zur Gewalttätigkeit führen (hierzu Familiäre Gewalt im Fokus - Handbuch: Fakten - Behandlungsmodelle – Prävention – Ausg. 2014), das eine systemische Beratung dieser Gewalthandlung am besten entgegenwirkt, all das scheint für meine Kirche nicht existent.


Und nun schafft es Herr Rosowski einen Verein der sich für die Interessen von Vätern einsetzt, sowie andere Gruppen die sich für Rechte von Männern einsetzen, zu diffamieren. Hierzu sind folgende Zitate aus einer Mail, die an einen Bundestagsabgeordneten der Linken gesendet wurden, in diesen Brief eingefügt:
„einer Reihe von radikalen Aktivisten der maskulistischen Szene in Deutschland ein Forum für Ihre antifeministischen und zum Teil frauenfeindlichen Thesen.“
„erklärte Gegner gleichstellungsorientierter Politik“
„…wie sehr die rechtspopulistischen Kreise um AFD, Pegida aber auch NPD mit den antifeministischen Parolen dieser maskulistischen „Männerbewegung“ sympathisieren.“

Und nun falle ich im wahrsten Sinne des Wortes vom Glauben ab! Ich muss erleben dass die evangelische Kirche Väter als Störfaktor ansieht, der sich doch einfach mal eine neue Familie suchen kann. Wehren sich Väter gegen ein solch sexistisches Männerbild das auch von Einrichtungen meiner Kirche vertreten wird, indem sie sich zu Vätervereinen zusammenschließen, wollen diese Vereine hierzu Öffentlichkeitsarbeit machen, dann werden diese Vereine anscheinend von offiziellen Vertretern meiner Kirche bei Vertretern der Politik diffamiert! Ungeheuerlich ist hier schon kein Ausdruck mehr! Ich sehe mich und meine Ansichten zur familiären Beratung mit Sicherheit nicht als die einzig wahren an, doch wer, wie hier geschehen, einen offenen Diskurs auf solch rücksichtslose weise verhindert, wer andere Positionen diffamiert, der hat sich für jeglichen Diskurs selbst ins Abseits gestellt!

Welche Stellungnahme der evangelischen Kirche gibt es zu diesem Vorfall? Ist es heute offizielle Politik der Kirche hier einen Geschlechterkrieg zu starten oder weiter anzuheizen, in dem Vertretern die sich für Väter (und damit für Kinder) einsetzen zu diffamieren? Ist es ein Zeichen von Nächstenliebe diese Menschen zu diffamieren? Sieht sich die evangelische Kirche Deutschland heute als willfähriger Wasserträger einer einseitigen und teilweise Männerverachtenden Familienpolitik und als Verhindere jeglicher ziviler Kritik?  Eine Politik in der es trotz Urteilen des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes in Straßburg nicht zum Umdenken kommt, die aber zu Männerbilder wie das von Ihnen in meinen Beispielen vertretene kommt? Gibt es in der ev. Kirche ein Kommittent zu Vaterschaft, die einem Mann unabhängig von Vorleistungen zusteht? Ist ein Vater, auch wenn sich die Eltern vor der Geburt getrennt haben, für meine Kirche ein Vater oder nur ein familiärer Störenfried des Mutterglückes? Oder sind Männer die sich nicht der Doktrin von Herrn Rosowski unterwerfen, weil sie z. B. noch, auch oftmals von ihren Ehefrauen, von FamilienrichterInnen etc., in die traditionellen Rollen hineingedrängt werden, Menschen zweiter Klasse gegen die interveniert werden muss? Wie steht die evangelische Kirche zu diesem Vorfall, bei dem die Intervention des Vorsitzenden der ev. Männerarbeit nur noch die Spitze der Geschmacklosigkeit ist?

Mit der Bitte um eine Stellungnahme verbleibe ich;
Kai Vogelpohl

PS:
Gerne würde ich Ihre Antwort auf meinem Blog veröffentlichen (http://frontberichterstatter.blogspot.de/)
PPS:
Der Verein um den es hier geht ist hier zu finden: http://www.vaeter-netzwerk.de/
Der offene Brief mit der Unterschrift von 5 Vereinen findet sich hier:
 Täterberatung der Diakonie Hessen:
info(ad]ekd.de



Sonntag, 15. November 2015

Paris und die Grenzen der Logik

Ich kann es nicht mehr hören, die vielen Anrufe von Freunden, Bekannten und Verwandten. Geht es Dir gut? Wie ist die Lage in Paris? Die Lage ist immer noch gleich, wie vor den Anschlägen, ich war nicht in der Stadt an dem Tag und in diese Viertel gehe ich eher selten. Aber egal, es hat ein paar Terroristen gegeben, die meinten sie müssten Angst und Schrecken verbreiten. Thats it, damit muss man rechnen wenn man in einer Großstadt lebt.

Noch schlimmer sind die Medien und Politiker. Hätten die Menschen Waffen getragen, wäre das anders verlaufen, titelt die FAZ zu einem Ausspruch von Trump. Hätte er sein Hirn eingeschaltet hätte er was intelligentes gesagt, so hätte hier der Titel sein müssen. Aber auch alle anderen die jetzt die Grenzen dicht machen wollen, oder das die Flüchtlinge sich registrieren, weil einer kam ja nachweislich über Griechenland. Ja, wie weiß man dass denn, wenn der nicht registriert war?

In Frankreich gab es 3.384 Verkehrstote im Jahr 2014. Ich kenn die Zahlen von Terrortoten nicht, ich denke aber es sind mehr als alle in Westeuropa verübten Terroranschläge der letzten 10 Jahre zusammen. Ich denke auch, da kann man noch Amerika hinzunehmen und es gäbe in Frankreich immer noch mehr Verkehrstote. Sicherlich brauchen wir Dienste die versuchen solche Anschläge aufzudecken, am besten im Vorfeld. Doch hallo? Noch mehr Polizei in U-Bahnen hilft hier nicht! Dann fahren die halt mit dem Mietwagen zum Anschlag. Mehr Polizisten währen, wenn man allein die Zahlen nüchtern betrachtet, im franz. Strassenverkehr besser aufgehoben. Und auch Grenzer sind hier machtlos, dann kommen die als Studenten oder als Touristen (was in einigen Bezirken in Berlin ja bereits das gleiche ist). Doch auch hier, da vertraue ich der PS voll und ganz, wird es zu noch mehr Polizei kommen, die uns Aktionismus und Sicherheit vorgaukelt.

Ja, es ist schrecklich für die Menschen die das Miterleben mussten. Für die Verletzten, die Getöteten und deren Angehörigen. Doch machen wir uns nichts vor, mit Terrorismus mussten wir schon immer leben. Es gab immer Menschen die uns ihre verkrustete Weltsich aufbomben wollen. Nun dürfen die Islamisten auch mal. Ja, das hängt irgendwie mit der Religion zusammen. Die bombardieren sich sogar gegenseitig, Shiiten gegen Suniten und irgendwie jeder gegen jeden. Es gibt nur einen Gott und ich bin sein Vollstrecker... Gab es in der christlichen Kirche auch, gibt es immer noch und wird es auch solange geben, wie man Menschen beeinflussen kann.

Neben linken Spinnern und rechten Totalbekloppten kommen nun auch noch ein paar verblödete Islamisten hinzu. Who is the fucking Problem? Wir müssen uns daran gewöhnen das man uns angreift, solange wie wir in einer Demokratie leben, so lange wie wir glauben mit unseren Kriegen auch gleich unsere Werte verkaufen zu können und solange, wie wir hier im Überfluss leben. Denn auch das kann man sehen, viele der Islamisten sind Menschen ohne Perspektive, diese sind am einfachsten zu beeinflussen.

Doch auch das ist keine allumfassende Begründung, wie man z. B. an der RAF sieht. Menschen die studierten, teilweise dieses sogar abgeschlossen haben, aus dem Bildungsbürgertum griffen auf gleiche Weise den Staat an. Wer diesen Terrorismus am Islam festmacht, der sieht nicht, das sich immer wieder Gruppen verschiedenster Couleur radikalisieren. Die Anführer entweder dumme Idioten wie bei Baader/Meinhof/Ensslin, oder missgünstige Arschlöcher wie beim IS, oder rechte Rattenfänger wie bei denen, die gerade unsere christlichen Werte verteidigen indem sie Asylbewerberheime anzünden.

Aber auch die selbsternannten Sicherheitsexperten, wie z. B. Wolfgang Petri in der FAZ, spielen hier gerne mit.

Maßnahmen und Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen müssten verschärft werden und Islamisten, die sich in Deutschland aufhalten, nicht aus den Augen gelassen werden. Diese ganzen Maßnahmen müssten möglichst schnell und unbürokratisch umgesetzt werden. Wie Hollande das gemacht hat, der die Polizei befähigt hat, Wohnungen ohne Durchsuchungsbeschlüsse zu durchsuchen. Das sind sehr drastische, aber notwendige Maßnahmen.

Genau, drastische Maßnahmen, ähnlich wie es sie im IS auch gibt. Nur das wir noch nicht jeden Tag ein paar mal Richtung Mekka beten müssen. Sonst unterscheiden sich diese Visionen der selbsternannten Terrorexperten nicht von denen die unsere Demokratie bedrohen. Tausende Verkehrstote bedrohen unsere Demokratie leider nicht, weshalb wir demnächst an Bahnhöfen noch mehr Polizei haben werden, anstatt sie da einzusetzen wo sie gebraucht werden.

Mein Mitgefühl gilt den über 120 Tote, den über 250 Verletzten sowie allen anderen die mit dem Schrecken, also einem Trauma, davon gekommen sind und ihren Familien. Aber auch allen anderen Menschen, die durch andere Schicksalsschläge einen geliebten Menschen verloren haben oder die dabei verletzt wurden. Auch Charlie Hebdo Redakteuren, den Menschen aus dem jüdischen Supermarkt vom letzten Terroranschlag. Aber auch den Toten, die ich nur deshalb erlebe, weil mal wieder in Paris die Stadtautobahn gesperrt wurde um einen schweren Unfall abzusperren.
 
 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Über den Weg Mutter zu werden und die 100 Wege zur Vaterschaft…

Das Nuf schreibt auf Ihrem Blog über die Zeitschrift Men‘s Health Dad, die sie probegelesen hat. Sie findet zu Men’s Health:
 
Was selbstverständlich sein sollte, wird gefeiert.
Männer kümmern sich 2015 tatsächlich auch um ihren Nachwuchs, womöglich beteiligen sie sich sogar im Haushalt.
Das klingt verbittert? Ja! Das ist verbittert. Was normal sein sollte, wird bejubelt und als das Besondere herausgestellt. Ich habe das so satt.
 
Lassen wir einmal dahingestellt warum Das Nuf verbittert ist und wenden uns einmal dem zu, was 2015 normal sein sollte. Wie ist es bestellt um die Vaterschaft, wie sieht es aus wenn Männer sich kümmern wollen?
  
Als Frau wird man Mutter durch die Befruchtung der Eizelle und die Geburt, zumindest biologisch. Man kann natürlich die Schwangerschaft eine Zeit verdrängen und somit das Mutterwerden unterdrücken, man kann sich über Abtreibung Gedanken machen oder über Adoption. Doch irgendwann muss man sich der Schwangerschaft stellen. Auch wenn es sicherlich hiervon Ausnahmen gibt, wo Kinder dann in der Gefriertruhe oder in einem Erdloch im Keller landen. Man kann es nicht oft genug betonen, jedes Jahr kommen in Deutschland 40.000 Kinder in Pflegefamilien, was IMHO nur die Spitze des Eisberges ist. Somit ist es auch 2015 immer noch nicht gut um Mutterschaft bestellt, wenn 2 bis 3% aller Kinder in ihrer Kindheit so vernachlässigt werden, dass sie aus den Familien und oft von der alleinerziehenden Mutter getrennt werden. Hinzu kommen noch all die anderen Kinder die das Jugendamt lieber in der Familie, und oft auch bei der allein sorgeberechtigten Mutter lässt, obwohl diese Fälle für das Kindswohl sehr grenzwertig sind. Ob es nun um Mutterschaft besser bestellt ist wage ich bei solchen Zahlen erst einmal zu bezweifeln…
 
Eine Frau hat also zwischen 6 und 8 Monaten (wenn sie die Schwangerschaft plant sogar noch länger) Zeit sich auf ihre Mutterschaft einzustellen. Doch Vater, wann wird ein Mann Vater? Eine interessante Frage, die wir ab und an mal bei uns in der Gruppe diskutieren. Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Lebenssituationen der Männer.
 
Ich selbst wurde Vater in dem Moment als bei meiner Frau die Wehen einsetzten, ab hier gab es kein Zurück mehr, das Kind würde geboren werden und ich fühlte mich als Vater. Ultraschalluntersuchungen haben mich genau so wenig überzeugt, wie der anwachsende Bauch. Auch die Tritte meines Sohnes, die ich durch die Bauchdecke mit meiner Hand spürte, haben mich nicht zum Vater werden lassen. Erst als ich meine Exfrau zum Krankenhaus fuhr mutierte ich zum Vater. Und als mein Sohn mich zwei Tage später nach der Geburt (man gab meiner Frau geburtshemmende Mittel, weil mein Sohn eine Frühgeburt war) mit großen blauen Augen ansah, wusste ich, hier ist jemand der mich für den Rest meines Lebens prägen wird. Einigen mag dieses etwas seltsam vorkommen, für mich war es so wie es war jedoch normal. Evtl. lag es daran dass meine Exfrau zwei „Fehlgeburten“ innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate hatte, obwohl ich bei der ersten Schwangerschaft auch nicht so richtig Vater wurde. Ich brauchte wahrscheinlich diese Sicherheit dass die Geburt gut geht um mich meinen Gefühlen zu öffnen. Auf meine Frau wirkte das verstörend, doch was sollte ich mir Ultraschalluntersuchungen ansehen, auf denen ich pers. eh nicht viel erkannte. Ich selbst hatte in dem Moment ganz andere Sorgen.
 
Etwas das bei anderen Männern in unserer Gruppe anders erlebt wurde. Ein anderer Mann fühlte sich in dem Moment wo ihm seine Frau von der Schwangerschaft erzählte als Vater, seine Frau war im dritten Monat. Auch das ist eine häufige Antwort, Männer die mit der Kenntnis der Schwangerschaft zum Vater mutieren. Er wurde dann aber Entvatert, als er mit der Trennung erfuhr, dass er doch nicht der leibliche Vater ist. Der leibliche Vater, den ich nicht kenne, wurde somit erst mit dem siebten Lebensjahr Vater seines Kindes. Ab wann oder ob sich dieser Mann überhaupt als Vater fühlte ist mir nicht bekannt.
 
Ein Fall bei uns ist mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben, hier berichtete der Vater von einer SMS, die er von seiner Exfreundin erhielt. Er hatte sie 7 Monate nicht gesehen, dann schrieb sie ihm:
 
            War die Nacht im Kreissaal, Du bist jetzt Vater Du Arschloch!
 
Nun, er wurde sozusagen erst eine gewisse Zeit nach der Entbindung Vater. So richtig als Vater fühlte er sich aber erst als er vom Gericht das Recht erhielt sein Kind jeden zweiten Samstag den ganzen Tag zu sich zu hohlen. Es war ein langer Kampf für ihn, mit vielen Höhen und Tiefen. Nun ist er zwar Wochenendvater, er würde gerne mehr sein, wie viele andere Väter auch, doch nach dem Kampf ist er froh über diese Minimallösung.
 
Wieder ein anderer kämpfte Jahre darum überhaupt erst mal rechtlich ein Vater zu sein. Er war mit der Mutter lange nicht mehr zusammen und erfuhr über Umwege von der Schwangerschaft. Die Mutter, eine Migrantin, hat einen Onkel als Sperrvater eingesetzt, der direkt nach der Geburt die Vaterschaft anerkannt hat um den leiblichen Vater auszuschließen. Dieser Vater fühlte sich wie zwischen den Stühlen, nach einem heimlichen und illegalen Vaterschaftstest (hierzu hat er Windeln aus der Mülltonne suchen müssen) begann er sich Vatergefühlen zu öffnen. Diese unterdrückte er danach aber immer mehr, bis sie abstarben, weil er seine Vaterschaft nicht leben darf, gerichtlich festgestellt. Geblieben sind keine Vatergefühle, nur eine Verbitterung und Enttäuschung.
 
Wieder andere berichten davon, dass sie zusammen mit der Partnerin entschieden haben keine Kinder zu bekommen. Hier ist es oft auch so, dass sie erst mit der Geburt so richtig Vater wurden. Für sie kam dieses Vaterwerden zusammen mit einer Phase des Vertrauensverlustes zur Mutter. Auch immer die besten Voraussetzungen für den Start in das Leben eines Kindes.
 
Es gibt tausende Wege ein Vater zu werden, aber nur wenige zur Mutterschaft. Mütter können heute selbstbestimmt entscheiden wann und ob sie überhaupt Mütter werden. Sie können Verhütungsmittel nehmen, sie können abtreiben oder zur Adoption freigeben. Väter können nur der Entscheidung der Mutter folgen. Treibt sie ab, ist man nicht mehr Vater. Behält sie das Kind und nennt den Vater auf dem Standesamt, so ist man es, zumindest gesetzlich, egal wie man selber fühlt und auch egal ob man seine Vaterschaft leben darf.
 
Doch was bedeutet das für die Väter? Ein Vater der seine Vaterschaft erst einklagen muss, der erst auf Gerichtsentscheidungen warten muss ehe er sein Kind das erste Mal sehen darf, wie fühlt sich so ein Mann? Und vor allem, wie soll ein solcher Vater z. B. Erziehungsurlaub beantragen, etwas das lt. Das Nuf - normal sein sollte, aber trotzdem bejubelt und als das Besondere herausgestellt wird.
 
Ich kenne den Artikel in der Men’s Health Dad nicht, ich weiß nicht ob da gefeiert wird das nun endlich viele Väter auch ihre Vaterschaft leben können, etwas für das z. B. Väterorganisationen auf der ganzen Welt seit Jahre kämpfen, unsere Organisation übrigens seit 40 Jahren. Oftmals gegen politischen Druck und die Lobby’s von Feministinnen und Mutterverbänden. Jetzt beraten bei uns Großväter, die ihre Kinder nie gesehen und nicht mal wissen ob sie Enkel haben, sogar Väter, wie sie ihre Vaterschaft einklagen müssen. Doch, und das ist etwas das so oberflächliche Personen wie Das Nuf nicht verstehen können, es ist auch heute für viele Väter immer noch nicht normal gleichberechtigt als Vater anerkannt zu werden. Sie schreibt z. B. selber: (übrigens sind 10% der Alleinerziehenden Männer*). Ihr geht aber nicht auf, dass viele Männer sicherlich mehr leisten möchten für ihre Kinder, oft aber ins Abseits gedrängt werden. Gerade mit der Krippen- und Kindergartendichte hier in Frankreich ist es auch für unterhaltszahlende Väter problemlos möglich, doch verordnet wird z. B. ein Wechselmodell von Familiengerichten eher selten.
 
Wenn Das Nuf darauf hinweist das „nur“ 27% der Väter Elternzeit nehmen und ein Großteil davon (77%) nur zwei Monate lang, was sagt das aus? Sagt es, dass Männer nicht wollen, oder nicht wollen sollen? Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo dazwischen und ist in jedem Fall anders gelagert. In Frankreich dürfen Mütter bis heute zwei Jahre eher in Rente gehen, weil sie die Kinder versorgt haben, auch wenn beide Partner Vollzeit arbeiten gegangen sind oder der Mann z. B. nach der Geburt des Kindes arbeitslos wurde und sich lange um die Erziehung gekümmert hat. Bis vor einigen Jahren gab es nicht einmal für Väter die Möglichkeit auf eine richtige Auszeit. Ich selbst wollte z. B., durfte aber nicht. Mein Arbeitgeber hat mir deutlich gemacht, dass man es nicht gerne sieht, sollte ich unbezahlten Urlaub (ein Jahr Auszeit / année sabbatique) nehmen um meinen Sohn zu versorgen. Diese Auszeit hätte man eh ein Jahr lang hinauszögern können, nur um mich auszubremsen. Meine Frau wollte unbedingt schon im ersten Lebensjahr die Krippe, ich nicht. Somit gab es für meinen Sohn keine andere Möglichkeit und er ging mit 4 Monaten in die Krippe…
 
Und da sind wir dann beim Vaterwerden, denn viele Männer mit denen ich gesprochen habe fühlen ab dem Moment der Vaterschaft einen immensen Druck oder unglaubliche Verantwortung. Ich selbst hatte z. B. keine Frau die gesagt hat, dann bleib doch Zuhause und kümmer dich um unseren Sohn, du findest einen anderen Job in einem Jahr, solange werde ich das mit dem Einkommen übernehmen. Nein, bei uns galt, sieh zu wie Du das Geld für die Miete ranschaffst, ich verdiene hinzu, in Vollzeit. Und auch das ist heute noch selbstverständlich in den Köpfen der jungen Mütter und leider oft auch Väter, der Mann ist Hauptversorger, ob er will oder nicht. Man muss sich nur mal durch die Eltern- und Mütterforen durchklicken. Besonders das der Rabenmütter, die alle zuhause bleiben, weil sie die Stillzeit so lange wie möglich ausdehnen wollen. Nicht einmal dass, es reicht ein Blick auf die Diskussionen zum Gesetz der gemeinsamen Sorge nicht verheirateter Eltern.
 
Hier wird den Müttern eine 6 wöchige Frist zugestanden um dem Antrag des Vaters zu wiedersprechen. Eine Mutter kann vom Wochenbett aus natürlich nicht entscheiden ob sie dem Sorgerechtsantrag des Vaters wiedersprechen möchte, das kann ihr nicht zugemutet werden. Sie kann zwar entscheiden ob das Kind einer Notoperation unterzogen oder gar zur Adoption freigegeben wird oder nicht, aber für das Sorgerecht reicht die Entscheidungsfähigkeit der schutzbedürftigen Mutter nicht aus. Bizarre Logik im Europa des 21 Jahrhunderts, in dem man Väter im Ungewissen lässt, bzw. ihnen so viel Gewissheit zugesteht dass sie finanziell allein und komplett für das Kind (und die ersten Jahre oft auch für die Mutter) aufkommen dürfen (ohne steuerliche Vorteile); aber sich selbst beim Arzt über das Wohlergehen des gerade geborenen Kindes erkundigen, das kann 6 Wochen und die Zeit bis zur Gerichtsverhandlung warten. Nicht einmal sehen können sie das eigene Kind wenn die Mutter das nicht möchte. Ein Kind das in den Monaten nach der Geburt stirbt ist bereits beerdigt, ehe der Vater hier irgendeine Unterstützung des Staates erhält. Väter sind Eltern zweiter Klasse, auf die auch noch herumgehackt wird und die nicht einmal das normale feiern sollen.
 
Doch auch für Väter die mit der Mutter zusammen leben ist die Zeit unmittelbar vor und nach der Geburt oftmals ein Teufelstanz von Gefühlen. Fragen kommen hoch, wie geht es weiter, wie sicher ist mein Job, wie viel Geld brauchen wir jetzt mehr? Hinzu kommen die ganzen Neuerungen innerhalb des Familienlebens, geht die Frau weiter arbeiten, wenn nicht wie schaffe ich (und oftmals eben nicht wir) das finanziell? Oftmals haben hier Männer auch eine Schutzfrist für die Mutter im Kopf. Denn seien wir ehrlich, trotz Emanzipation, der Mann ist in den meisten Fällen immer noch der, der das Geld herschaffen muss, damit es Mutter und Kind gut geht. Hinzu kommen die ganzen Mehrausgaben, die größte davon ist das Kinderzimmer, das je nach Wohnort auch mal einige hundert Euro Mietmehrkosten in Anspruch nimmt. Entscheidet sich die Frau dann Zuhause zu bleiben, so ist Mann auf einmal allein verantwortlich für das materielle Wohlergehen der neuen Familie. Auch hier, wie bei der Schwangerschaft, kann der Mann, wenn die Mutter nicht diskutieren möchte, nur der Entscheidung der Mutter, die einfach zuhause bleibt, folgen. Ich kenne keinen Vater der nach der Geburt gesagt hat, ich kann keine 8h ohne mein Kind leben und somit zum Ausdruck bringt, sieh zu wie Du das Geld für die Familie ranschaffst, ich bleib zuhause. Selbst wenn, er wäre auf verlorenem Posten. Ich kenne aber viele Mütter die mir, sogar im Beisein des Vaters, genau das so gesagt haben. Ich und meine Muttergefühle sind wichtig, Du bist der, der mir hilft dass ich mich gut fühle. Das ist Partnerschaft im 21Jhd, das Jhd. in dem wir immer noch nicht die Gleichstellung der Frau erreicht haben.
Natürlich sind das alles Frauen die ganz selbstlos und zum Wohle der Kinder den Job aufgegeben haben um den Männern den Rücken für die Karriere freihalten zu können, weil er z. B. als Maschinenführer im Schichtdienst arbeitet. Aus diesem Grund, weil die Frauen ja so selbstlos sind, mussten und müssen teilweise immer noch, die Männer den Frauen auch nachehelichen Unterhalt zahlen. Das gleiche Mütter dann nach einer Trennung den Umgang ebenso unterbinden, weil sie ja keine 8h ohne das Kind leben können, und somit den Vater raus drängen, der dafür auch noch Unterhalt zahlt, interessiert hier den Gesetzgeber nicht. Wie sieht das Vaterwerden dann erst bei Männern aus die mit einer solchen Mutter zwar ein Kind haben, aber nicht mit ihr zusammen lebten? Ich rede von dem Vaterwerden dass nach der 6 wöchigen Schutzfrist vor Gericht mit viel Streit beginnen soll.
 
Deshalb bin ich froh dass es heute eine Zeitschrift für Väter gibt! Ich hätte gerne eine Zeitschrift gehabt die mir mitteilt wie andere Männer sich fühlen wenn sie Vater werden, ein Magazin das mir Tipps gibt. Die Reportage aus dem Kreissaal, in den ich meine Ex eigentlich nicht begleiten wollte (ich kann keine Menschen leiden sehen, jemand den ich liebe schon dreimal nicht), hätte mich damals sehr interessiert. Und ja, der Kreissaal war das größte Erlebnis meines Lebens. Ob die Men’s Health Dad für mich die richtige Zeitschrift gewesen wäre glaube ich nicht. Ich hätte gerne eine mit mehr Tiefgang gehabt, trotzdem denke ich, dass eine solche Zeitschrift für Väter eine Bereicherung sein kann. Wenn Das Nuf schreibt:
 
Innen dann eine bunte Vielfalt an Einzelbeispielen. Der Schichtarbeiter, der Alleinerziehende (übrigens sind 10% der Alleinerziehenden Männer*), der Wochenendarbeiter und viele, praktische Tipps. Endlich erfahren Männer, wie man Kindern Nägel schneidet, wie man Schnuller reinigt, wie man im Doggy-Style weitere Kinder zeugt, wie man Zöpfe flechtet und Windeln wechselt. I S T  D A S  N I C H T  T O L L???
 
Kann ich nur antworten, ja, das ist es! Doch anscheinend glauben einige Frauen immer noch das Männer keine Gefühle haben, keine Sorgen, alles wissen und auch noch alles können. Es ist jedoch eine Bereicherung wenn man sieht wie es andere Familien handhaben, z. B. meine Grosseltern die gemeinsam die Kinder betreuten, was ohne Kindergarten aber im Schichtbetrieb, in dem beide arbeiteten, nun einmal ohne weiteres möglich war, auch wenn es aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung ein Zwangsmodell war. Wie war hierzu die Erfahrung von dem Vater im Schichtdienst in Men’s Health Dad? Ja, bereits meine Großeltern lebten in einem Modell das heute als modern gilt, wie Retro ist da die Forderung von Das Nuf? Wer aber eine solche Zeitschrift liest, die auch noch das Wort Men (also Mann auf Deutsch) im Namen hat, in der Hoffnung:
 
Irgendwann wird irgendwer ein Elternmagazin auf den Markt bringen, das gut ist.
 
Der liest sicherlich auch die Emma oder die Mädchenmannschaft in der Hoffnung dort differenzierte Beiträge zur Gleichberechtigung von Männer- und Jungen zu finden… Mir fällt hierzu nur der alte Rüttelreim ein:
 
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!
 
Etwas das auch nach 40 Jahren politischer Vaterarbeit in der westlichen Welt immer noch so stehen gelassen werden kann, leider! Meine Sichtweise auf Väter, die das genaue Gegenbild von der Bloggerin Das Nuf ist, ist natürlich nicht die einzig wahre. Wer platte Sichtweisen möchte, die auch noch als der Weisheit letzter Schluss verkauft werden, die einzig auf nichtssagenden Statistiken beruhen, der findet diese am politischen linken und rechten Rand oder auf Blogs wie Das Nuf oder Männerstreik. Es gibt mit Sicherheit immer noch Väter (und Mütter) die keinen Bock auf Kinder haben, ich kenne viele Kinder die kommen morgens um 7 in die Krippe und werden um 19:30h abgeholt, täglich! Ich kenne aber auch das genaue Gegenteil, Eltern die ihre Kinder immer um sich haben möchten, auch hier beide Geschlechter. Doch beim spielen und toben im Park sehe ich fast ausschließlich Väter die mit ihren Kindern herumtollen.
 
Wie Eltern ihre Elternschaft aushandeln sollte ihnen überlassen werden, solange es auf Augenhöhe passiert. Das glaubt Das Nuf nicht, für sie haben viele Väter immer noch keinen Bock. Das Familienleben hat sich unweigerlich geändert. Heute wollen immer mehr Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, etwas das leider auch oft zu Konflikten in der Familie führt. Wer hingegen wie Das Nuf so feinfühlig wie ein Radlader da durch fährt, der ist eben auch nicht daran interessiert etwas auszuhandeln, der hat seine Sichtweise, die bis zum bitteren Untergang verteidigt wird. Ich jedenfalls habe keinen Bock mehr auf dieses undifferenzierte Mannerbashing dieser selbsternannten Gleichstellungsidiotinnen, egal welchen Geschlechts. Und von Augenhöhe kann man auch im politischen Willensbildungsprozess nicht sprechen, wenn man sich die finanziellen Unterstützungen von Mutter Lobby und Feministinnen ansieht. Vor allem wenn man die andere Seite, die Vätervereine, die sich meist selbst finanzieren, nicht einmal anhört sondern sie als Feind bekämpft! Etwas, das alle Männer die in Vätervereinen engagiert sind aus der eigenen Ehe kennen, spätestens nach der Trennung mutiert man zum Feind um die Zeit mit dem Kind und um die finanziellen Interessen.
 

Zur Ergänzung hier mal ein anderer Beitrag über Men’s Health Dad aus der FAZ.